In Change-Prozessen oder bei der Umsetzung strategischer Optionen ist Kommunikation ein wichtiger Erfolgsfaktor. Ans Ziel kommt, wer Mitarbeitende, Kunden und Stakeholder informiert und einbezieht.

Wenn Alerion Consult Konzepte zur Organisationsentwicklung oder Strategieumsetzung entwickelt, dann ist Kommunikation ein wichtiges Element davon. Oft geht es darum, zunächst Ziel und Veränderungsbedarf zu erklären. Dann kommt es darauf an, die Führungsmannschaft auf das Ziel auszurichten, Mitarbeitende zu aktivieren und zu befähigen, morgen bestimmte Dinge anders zu tun als heute. Schliesslich braucht es eine gut geplante Roadmap, um den Wandel sicher zu steuern.

Bei der Fusion von zwei Unternehmen spielt die Kommunikation eine besondere Rolle. Ein solches Projekt bearbeite ich gerade. Im Februar 2012 haben die Spar + Leihkasse Münsingen AG und die Bernerland Bank AG bekannt gegeben, dass sie ihre strategische Position durch eine Fusion weiter stärken wollen. Ich habe die Bankleiter beider Banken gefragt, worauf es ihnen dabei ankam. Peter Ritter, Geschäftsführer der Bernerland Bank und Beat Hiltbrunner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Spar + Leihkasse Münsingen, geben Auskunft.

Linda Pütter: Was war euch in der Planung und Durchführung der Auftaktkommunikation wichtig?

Peter Ritter (Foto rechts): Im Februar haben wir den Letter of Intent unterschrieben. Es war klar, dass dieser Schritt breit kommuniziert werden muss. Nicht zuletzt deshalb, weil anschliessend die Ausarbeitung des Fusionsplans in den beiden Banken startet. Da müssen alle Mitarbeitenden wissen, worum es geht. Aber auch externe Zielgruppen müssen adäquat informiert sein: Medien, Kunden, Aktionäre und andere Stakeholdern.

Beat Hiltbrunner: Dabei geht es nicht nur um das Vermitteln der Faktenlage, sondern um die gemeinsame Vision hinter der Fusionsabsicht. Zunächst haben Geschäftsleitung und Verwaltungsrat dieses gemeinsame Zielfoto präzisiert. Die Vorbereitung der Kommunikation hat uns inhaltliche Klarheit gebracht und geholfen unsere Überzeugung in die richtigen Worte zu kleiden.

Linda Pütter: Woraus bestand die Auftaktkommunikation ganz konkret?

Peter Ritter: Es war ein Mix aus verschiedenen Instrumenten. Es gab ein Mediencommuniqué, Kundeninformationen, eine Mitarbeitermitteilung, ausführliche Q&A-Dokumente für verschiedene Anspruchsgruppen, es gab einen Geschäftspartnerbrief, eine Basispräsentation, die wir u.a. bei der FINMA eingesetzt haben. Nicht zuletzt haben wir minutiöse Ablaufpläne für die Woche der Auftaktkommunikation gehabt und viele bilaterale Gespräche geführt.

Linda Pütter: Was war der Beitrag von Alerion Consult?

Beat Hiltbrunner (Foto rechts): Alerion Consult hat die inhaltliche Klärung der Fusionslogik moderiert, alle Dokumente zur Auftaktkommunikation erstellt und uns geholfen, unseren strategischen Plan allen Zielgruppen gut vorbereitet zu vermitteln. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat haben die Termine zur Auftaktkommunikation dann selbst durchgeführt.

Peter Ritter: Es musste vor allem alles sehr schnell gehen. In kaum mehr als drei Wochen musste alles fertig sein. Inklusive der Abstimmung und Vernehmlassung von Dokumenten. Da merkt man schnell, dass es um mehr als um Worte geht. Es wird inhaltlich gefeilt, weil der Vorgang selbst durchdacht und im Detail klar sein muss.

Linda Pütter: Wie geht es jetzt weiter mit der Kommunikation zur Fusion?

Peter Ritter: Nach der Auftaktkommunikation wollen wir intern den Informationsfluss aufrechterhalten. Verschiedene Veranstaltungen und Kommunikationsinstrumente sind geplant. Dann muss jetzt die Markenstrategie geplant und erarbeitet werden, denn die neue Bank wird anders heissen und mit anderer Marke auftreten als die beiden fusionierenden Banken. Nicht zuletzt müssen wir die Generalversammlungen in diesem Jahr gut vorbereiten, denn wir wollen ja, dass unsere Aktionäre der Fusion mit Überzeugung zustimmen.

Linda Pütter: Lieber Beat, lieber Peter – ich danke euch für dieses Interview und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit euch.