In der Ausgabe 05/2014 schreibt die «Bilanz» über den Beratungsmarkt. «Bittere Medizin» lautet der Titel des Artikels, der vom veränderten Kundenverhalten und dem harten Wettbewerb in der Consultingbranche handelt.

Die Grossen der Branche glänzen nicht mehr als selbstbewusste Fixsterne am Beratungshimmel, sondern haben mit ernsthaften Turbulenzen zu kämpfen. Die «Bilanz» zweifelt in ihrem Artikel nicht an der Kompetenz von McKinsey, Roland Berger, Arthur D. Little, A.T.Kearney und anderen. Sie geht vielmehr der Frage nach, inwiefern die Strukturen und das Business-Modell der grossen Unternehmensberatungen mit ihrem über viele Jahre zweistelligen Wachstum und hohen Tagessätzen für das Zeitalter nach der Finanzmarktkrise noch geeignet sind.

Aufholjagd der Wirtschaftsprüfer

Kurz nach der Jahrtausendwende und dem Skandal um Enron wurde es zum No-Go: das Zusammenspiel von Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung unter dem Dach internationaler Marken wie KPMG oder Ernst&Young. Viele Wirtschaftsprüfer haben damals ihre Consulting-Sparten verkauft. Längst ist der Trend umgekehrt: Sie drängen mit Macht zurück in den Beratungsmarkt, kaufen kleinere Beratungsfirmen auf und bieten hochwertige Beratung zu deutlich niedrigeren Tagessätzen an als die Strategieberater.

Umsetzungskraft der Nischenplayer

Beratungsboutiquen wie Alerion  Consult sind auch für die Grossen ebenfalls zur ernsthaften Konkurrenz geworden. Als kleine, wendige Schnellboote scheinen sie besser durch unruhige Märkte zu steuern als die Global Players, die ihre strategischen Kurskorrekturen eher mit der Beweglichkeit von Ozeandampfern umsetzen müssen.

Bei Alerion Consult spüren wir das. Wir «pitchen» in der Bewerbung um grosse Projekte immer wieder gegen grosse Namen – von Strategieberatungen wie von grossen Wirtschaftsprüfern. Unsere Kunden, das ist laut «Bilanz» ein allgemeiner Trend, wünschen sich eine hohe Umsetzungsorientierung zu angemessenen, d.h. auch über eine längere Arbeitsphase erschwinglichen Tagessätzen. Niemand auf Kundenseite zweifelt daran, dass die intellektuelle und konzeptionelle Brillanz einer Beratungsboutique ebenso hoch sein kann wie die der grossen Beratungshäuser.

Kompetenzen im People’s business

Sicher spricht das «Staffing» der Projekte für die Nischenplayer. Sie schicken erfahrene Berater zum Kunden, die für gelieferte Projekte persönlich einstehen. Von Beratungsboutiquen erwarten Kunden wirklich und tatsächlich massgeschneiderte Lösungen. Standards, wie etwa Methoden zur Kostensenkung, mit denen die Consultingbranche in vergangenen Jahren Projekte beliebig oft duplizieren konnte, funktionieren kaum noch. Dafür haben grössere Firmen oft eigene Spezialisten. Sie wollen Erfahrung, Spezialisten- und Methodenwissen, das nötig ist, um wirklich passgenaue Lösungsarchitekturen zu entwickeln.