Höxter. Beim Neujahrsempfang der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge (KHWE) begrüßte Pfarrer Wilhelm Koch, Vorsitzender der KHWE-Gesellschafterversammlung, über 60 Gäste im St. Ansgar Krankenhaus. Als “einen Stern, der leuchtet” beschrieb Wilhelm Koch die KHWE, die mit über 2200 Arbeitsplätzen die medizinische Versorgung im Kreis Höxter gewährleistet. KHWE-Verwaltungsratsvorsitzender Marcel Giefers blickte optimistisch in die Zukunft. Als zentrales Projekt für das Jahr 2016 nannte er die Etablierung der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Brakel.

Als Gastredner referierte Prof. Dr. Parwis Fotuhi, Kardiologe und Partner der Alerion Consult GmbH, zum Thema “Gesundheitsversorgung an der Schwelle zu Morgen”. In seinem Vortrag beleuchtete er die starke Dynamik im Gesundheitswesen aus historischer Perspektive. Beginnend mit der ersten Krankenversicherung unter Otto von Bismarck im Jahr 1883 habe sich die Medizin rasch weiter entwickelt. Im Zuge der medizinischen Fortschritte hat sich die Lebenserwartung in den letzten 130 Jahren mehr als verdoppelt.

Der erste Herzbypass wurde in 1967 gelegt. Aktuell sind in Deutschland rund 100.000 herzchirurgische Eingriffe pro Jahr zu verzeichnen. Darüber hinaus hätten sich die Liegezeiten in der Kardiologie deutlich verkürzt und betragen nur noch rund drei bis sieben Tage. Diese Entwicklungen brachte Prof. Fotuhi auf die Formel “Wandel prägt das System des Krankenhauses.” Wer dabei stehen bleibe, werde überholt. Allein zwischen 1991 und 2014 sei ein Viertel der Krankenhausbetten in Deutschland abgebaut worden. Die Folgen: Viele Klinikstandorte, auch in Ostwestfalen, mussten schließen. Die Einrichtungen, die sich wie die Standorte des Klinikum Weser-Egge am Markt behaupten konnten, seien zunehmend in starke Verbünde integriert. “Die Katholische Hospitalvereinigung Weser-Egge ist erfolgreich und wird in der Region gebraucht: als Notfall- und akutmedizinischer Versorger, größter Arbeitgeber und großes Wirtschaftsunternehmen” so Prof. Fotuhi.

Wilhelm Koch und Marcel Giefers würdigten zudem die Arbeit von KHWE-Geschäftsführer Reinhard Spieß, der seit Gründung vor zehn Jahren für die KHWE tätig ist und im Dezember seinen 60. Geburtstag feierte. Reinhard Spieß dankte für die Grußworte und betonte: “Die Anerkennung gilt nicht mir, sondern den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern.” Auch Reinhard Spieß sieht die KHWE für die Zukunft gut aufgestellt und bekräftigte: “Wir haben den starken Willen, den Menschen in der Region im Sinne von Caritas die bestmögliche Versorgung zu geben.” Zum Abschluss lud Reinhard Spieß die Gäste zu einem Imbiss und gemütlichen Beisammensein ein.