Mittwoch, 08.04.2020: Corona betrifft uns alle und trifft uns doch ganz unterschiedlich.

Diese Tage sind verrückt, dieses Virus nimmt alles in Beschlag – schwankend zwischen Hoffnung und Mahnung. Zwar hat sich ein neuer Rhythmus eingependelt, aber dennoch freut man sich über alles, was ein wenig Normalität ausstrahlt. Aber was bedeutet eigentlich «normal»?

Eine kurze Recherche zeigt, dass gemäss Duden normal wie folgt definiert wird: «so [beschaffen, geartet], wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche, Richtige vorstellt.»

Das neue normal wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen. Jetzt ist es umgekehrt. Undenkbar ist das, was vor einem Jahr normal war.

In der Pre-Corona Phase habe ich mich in meiner Beratertätigkeit mit dem Thema der Ambidexterity befasst und wurde dafür oft belächelt. Ambi-was? Wie so oft, kommen derartige Modelle ursprünglich aus dem medizinischen Kontext … wie passend in Zeiten von Corona.

 

Ambidexterity - Strategie

 

Wörtlich übersetzt bedeutet Ambidexterity Beidhändigkeit. Ambidexterity ist kein neuartiges Phänomen. Auf Unternehmen bezogen, heisst dies, dass exploitation (Fokus auf heute) und exploration (Fokus auf morgen) gleichzeitig stattfinden muss. In der derzeitigen Krisenphase werden Unternehmen plötzlich damit konfrontiert, sich aus ihrer Komfortzone zu bewegen und mehr Gewichtung auf Exploration zu legen.

Vor noch ein paar Wochen hörte ich Aussagen wie «uns geht es gut, das Wasser steht uns nicht bis zum Hals.» Ich bin davon überzeugt, dass hier ein gewisses Umdenken stattfinden wird und Ambidexterity in der Post-Corona Zeit von grosser Bedeutung sein wird.

Ich freue mich jetzt schon zu sehen, wie Unternehmen mit dieser Beidhändigkeit zukünftig umgehen werden.

 

Ein Beitrag von Julia Langguth

Julia Langguth - Alerion Consult